Release: 17. August 2010 Label: Doggystyle Records/DPG Records / Priority Records
1. "D.P.G. 2010" (Feat RBX) 2. "All You" 3. "Dogg Pound Gangstaz" 4. "Anotha Clip" (Feat. Soopa Fly, RBX) 5. "Skyz Tha Limit" 6. "Gotta Let You Know" (Feat. Nicole Wray, A-Dubb) 7. "Good Pussy" 8. "Cheatn Ass Lover" (Feat. Soopa Fly, Nate Dogg, Dru Down) 9. "Smell N Like Brand New Money" (Feat. Mac Shawn 100) 10. "I Fears No One" 11. "I Dont Care" (Feat. The Lady of Rage) 12. "Do U Drank" 13. "Fly Azz Fucc" (Feat. Snoop Dogg, The Lady Of Rage) 14. "Crazy N Tha Club" 15. "Spread Tha Luv" (Feat. Butch Cassidy, Celly Cel, Latoya Williams) 16. "Otha Side Of Town" (Feat. Soopa Fly, Toked A Smoke) 17. "100 Wayz"
Die Gruppe Tha Dogg Pound gehört ohne Zweifel zu den besten Gruppen, die es an der Westcoast in den 90er Jahren gab. Ob nur Daz & Kurupt oder auch mit Snoop Dogg, RBX & Co, sie wussten immer zu überzeugen. Nachdem sie im neuen Jahrtausend durch Daz & Kurupt's Streit zerbrochen schien, mit einem Comeback Album namens ''Cali Iz Active'' fast alle enttäuschten und es mit ''Dogg Chit'' allen zeigten, das DPG es immer noch drauf hat, folgte ein Mittelmässiges Album namens ''That Was Then This Is Now'', dessen Produktion eher Trash als Top waren (Rückblickend muss ich aber sagen, dass ich es schlechter als dieses Werk finde). 2010 folgte das Album ''100 Wayz''. Kurupt's Album ''Streelights'' eröffnete das Jahr nicht sehr vielversprechend für die Dogg Pound Gangstas, also musste das Gruppenalbum punkten, was es leider nur in wenigen Fällen tut. Dabei schienen alle Anzeichen so gut: Allein die Gästeliste war ein Traum: Snoop Dogg, RBX, Nate Dogg, The Lady of Rage und Soopafly, die in der Vergangenheit immer perfekt mit Daz & Kurupt harmoniert hatten.
Das Album beginnt mit einem relativ kühlen, düsteren und sehr coolem Intro, gesprochen von RBX. Sobald es vorbei ist, folgt mit ''All You'' ein Song mit mächtigem & episch wirkendem Beat, der aber fast gar nicht nach West Coast klingt, sondern eher technisch. Trotzdem knallt er gut rein und Daz und Kurupt überzeugen mit schnellen und bissigen Raps wie lang nicht mehr. Eine Steigerung erwartet uns sogar bei der Neuaufage der Ganghymne ''Dogg Pound Gangstaz'', die von einer dunklen Melodie und harten Metalsnares getragen wird. Kurupt's Stimme klingt gar nicht nach Kurupt, sondern eher nach einer rauchigen Rap Stimme, trotzdem bleibt sein bissiger Flow erhalten, im Refrain geht dann richtig die Post ab, wenn die beiden Hunde krasse Ansagen über ihre Gang machen. Auch Daz Part ist nice anzuhören, im Vergleich zu Kurupt klingt er auch eher nach seiner Stimme, die aber leider von Rauchen auch etwas angegriffen ist. Die ersten zwei Songs sind aber immerhin gut gelungen & machen gespannt auf den rest des Album. Leider kündigt sich mit ''Another Clip'' die kommende Katastrophe des Albums an: Der Beat donnert einfach hektisch und ohne Struktur vor sich hin, was den Song sehr runterzieht, was anhand der Flowmässigen Leistung von Daz, Kurupt, RBX und Soopafly sehr schade ist. Mit ''Skyz Tha Limit'' folgt ein weiterer guter Song. Ein Instrumental aus den Händen Soopaflys, das mit seinen entspannten Klängen punktet wird durch die bissigen Rhymes der beiden Crips zum echten Smash. Auch das entspannte ''Gotta Let You Know'' weiß sowohl Instrumentalistisch als auch Raptechnisch zu überzeugen.
Jetzt beginnt leider die große Durststrecke von''100 Wayz'': Es folgen Lieder wie das unglaublich peinliche ''Good Pussy'' (Absoluter Albumtiefpunkt), ''Smell'n Like Brand New Money'' oder ''I Fear No One'', die einfach grottenschlecht sind, was größtenteils am Beat liegt. Fast noch schlimmer ist die Tatsache, dass die MCs hier richtig steil abgehen & Galavorstellungen ihres Könnens abliefern. ''Cheat'n Ass Lover'' ist an sich ein guter Song, leider nervt das Knistern, das wohl während der Aufnahme zu Stande kam. Auch bei ''I Don't Care'' wird die Flowmässige Leistung von Daz, Kurupt und der sehr gut rappenden Lady of Rage unnötig nach unten gezogen. Weiteren Trash bekommen wir mit ''Do U Drank'' oder ''Crazy N Tha Club'' zu hören; Einfallslos, technisch und ohne einprägende Elemente. ''Fly Azz Fucc'' ist dank eines halbwegs zu ertragenden Beats nicht zum Skip-Song mutiert, sondern noch gut anzuhören, was zum Teil auch an Snoop & Rage liegt, die den Song um weitere gute Rapparts bereichern. Zum Ende steigt das Niveau mit entspannten Klängen zum Glück noch einmal: ''Spread the Luv'' und ''Otha'side of Tow'' bieten sehr gutes & entspanntes Westcoast/G-Funk Material, das zum Entspannen einlädt und sich sehr gut anhören lässt. Titeltrack ''100 Wayz'' dürfte wohl neben ''Dogg Pound Gangstaz'' der beste Song der Platte sein. Sehr angenehme, entspannte Beats, verträumte Melodien, ein toll emotionaler Refrain und erneute gelungene Rapparts lassen das Album sehr gut abschließen.
Zu Anfang bietet ''100 Wayz'' gute harte Songs sowie gutes entspanntes Material, ab ''Good Pussy'' stürzt das Album in negativer Hinsicht ins Bodenlose und fängt sich erst bei ''Spread The Luv'' wieder. Die Harten Songs kann man mit Ausnahme von ''All You'' und ''Dogg Pound Gangstaz'' völlig vergessen, die Chilligen Songs sind bis auf ''Cheat'n Ass Lover'' sehr gut gelungen. Raptechnisch hat es der Zwinger wieder richtig drauf, aber was nützen gute Skills, wenn das Album Instrumentalistisch total ruiniert wird (siehe ''The Seventh Seal''? So sieht es bei ''100 Wayz'' leider aus; ein Großteil der Songs ist grottenschlecht, der Rest erstklassiges DPG Material. Für die wenigen guten Songs lohnt sich das Album bei Westcoast & DPG Fans, wer den Zwinger aber eh nie wirklich gut fand, wird dieses Album schnell als Fehlinvestition ansehen.